Bundesamt für Naturschutz

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Aktivitäten des BfN


Das Bundesamt für Naturschutz fördert und betreut Forschungsvorhaben zur Ursachenanalyse des Insektenrückgangs sowie zu den konzeptionellen, methodischen Grundlagen eines Insektenmonitorings in einer Reihe von Projekten. Weiterhin sollen am BfN die Datenlage zum Insektenrückgang durch die Unterstützung ehrenamtlicher Erfassungen und den Aufbau eines Insektenmonitorings verbessert, eine Vielzahl regionaler Daten zusammengeführt und öffentlich zugänglich gemacht werden. Mit Mitteln des Bundesumweltministeriums fördert das Bundesamt zudem zahlreiche Projekte und Maßnahmen zur Stärkung der Vielfalt der Insektenarten im Rahmen des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ und begleitet diese Vorhaben wissenschaftlich.

Aktuelle Projekte des BfN

Erstellung der Roten Listen Wirbellose Tiere (Band 3 (2011), Band 4 (2016), Band 5 in Arbeit): In den bereits veröffentlichten Bänden 3 und 4 der Roten Listen sind eine Vielzahl der in Deutschland nachgewiesenen Insektenarten erfasst. Für jede Art werden einzelne kurz- und langfristige Bestandstrends dargestellt und über die Gefährdungssituation informiert. Mehr über die Roten Listen

Strukturierte Auswertung verfügbarer Literatur bzgl. Rückgang von Insekten und mögliche Ursachen, Aufzeigen von Forschungslücken und -bedarf: Eine Literaturstudie zur Qualifizierung und Quantifizierung des Rückgangs der Insekten einschließlich der Aufarbeitung der Kenntnislücken wird 2018 am BfN  durchgeführt.

Vom BfN fachlich betreute und geförderte Vorhaben

Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (F+E) „Analyse der Gefährdung der Schmetterlinge Deutschlands auf der Grundlage von Online-Verbreitungskarten zur Erstellung der neuen Roten Liste“: Ziel des Projektes ist es, eine zusammenfassende, online frei zugängliche Verbreitungsdarstellung aller Schmetterlinge Deutschlands zu erreichen. Dieses Online-Portal soll als Grundlage für die Analyse der Gefährdung der Schmetterlinge Deutschlands für die Rote Liste 2020 dienen. Das Projekt wird vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe und dem Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden koordiniert und von 2016 bis 2019 gefördert.

F+E „Biodiversitätsverluste in FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes“: Der Entomologische Verein Krefeld führt, fachlich durch das BfN begleitet, eine Studie mit dem Titel „Biodiversitätsverluste in FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes“ durch. Aufbauend auf vergleichenden Beobachtungen der Biodiversität von FFH-Lebensraumtypen an vielen Standorten im Offenland erfolgt eine vertiefende Untersuchung zur Artenstruktur und den langfristigen Trends von Insektenzönosen sowie zu möglichen Ursachen für die Rückgänge. Das Projekt wird von 2016 bis 2018 gefördert.

Eine große Zahl von BfN-Projekten und -Maßnahmen tragen zur Stärkung der Vielfalt der Insektenarten bei, so auch die Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E)-Vorstudie „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen in Zeiten des globalen Wandels: Artenschutz und Ökonomie im Einklang“: Kalkmagerrasen zählen zu den artenreichsten Ökosystemen Europas. In dem Vorhaben sollen zahlreiche Kalkmagerrasen im Projektgebiet renaturiert und die Ergebnisse der Maßnahmen mit modernen wissenschaftlichen Methoden evaluiert werden. Ein weiteres Ziel ist es, Verfahren zu erproben und zu entwickeln, die auch in anderen Gebieten erfolgreich angewendet werden können. Die Koordination und wissenschaftliche Begleitung des E+E-Vorhabens, zu dem seit 2016 eine Vorstudie läuft, obliegt der Universität Osnabrück.

Im „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aktuell geförderte Projekte

Welche Beiträge die konventionelle Landwirtschaft zur Sicherung ausgewählter Ökosystemleistungen, wie der Bodenfruchtbarkeit, und zum Erhalt der Biodiversität erbringen kann, soll im Rahmen des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ im Verbundvorhaben „Lebendige Agrarlandschaften“ des Deutschen Bauernverbandes in drei Teilprojekten erprobt werden:

„Summendes Rheinland - Landwirte für Ackervielfalt“, 2013 – 2019, Zuwendungsempfänger: Stiftung Rheinische Kulturlandschaft

„Steillagenweinbau schafft Vielfalt – Das Moselprojekt“, 2014 – 2020, Zuwendungsempfänger: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

„Energiepflanzenanbau und Biodiversität – Landwirte ackern zur Förderung der Biodiversität im Münsterland“, 2015 –2021, Zuwendungsempfänger: Stiftung Westfälische Kulturlandschaft

Verbundprojekt „Sicherung, Optimierung, Erweiterung sowie Vernetzung der Lebensräume des Goldenen Scheckenfalters (Euphydryas aurinia) nahe des Grünen Bands an der Landesgrenze Bayern-Sachsen und der Grenze zur Tschechischen Republik“ im „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“: Der Goldene Scheckenfalter ist eine der Verantwortungsarten Deutschlands. Er ist in ganz Deutschland stark gefährdet, in Sachsen sogar vom Aussterben bedroht. Das Projekt zwischen Bayern, Sachsen und Tschechien will die Lebensraumsituation für den Goldenen Scheckenfalter verbessern, die bestehenden Vorkommen stabilisieren und im Projektgebiet eine überlebensfähige Population aufbauen. Es läuft von 2015 bis 2021 und wird vom Bund Naturschutz in Bayern e. V. und dem Landratsamt Vogtlandkreis koordiniert.

Verbundprojekt „Potenziale und Praxisprogramm zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt“ in Erwerbsobstanlagen und Streuobstwiesen im „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“: Struktur- und artenreiche Obstbauflächen sind wichtige Rückzugs-, Nahrungs- und Lebensräume. Das Verbundprojekt soll die Potenziale für die Förderung der Biodiversität und der Ökosystemleistungen im Erwerbsobstbau erheben und zielführende Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Obstbaubetrieben umsetzen. Das Vorhaben läuft von 2016 bis 2022 und wird von der Universität Hohenheim koordiniert.

Projekt „Werkzeuge zur Erfassung biologischer Beobachtungsdaten in Deutschland (WerBeo)“, 2017 –2020, Zuwendungsempfänger: Universität Rostock

Projekt „Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft – BienABest“ im „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“: Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten stehen in Deutschland bereits auf der Roten Liste. Das Projekt „BienABest“ soll helfen, dem Bienensterben Einhalt zu gebieten und die Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern. Es wird seit 2017 bis 2023 gefördert und vom Verein Deutscher Ingenieure koordiniert. Verbundpartner ist die Universität Ulm.

Geplante Projekte

  • Vorbereitung des F+E-Vorhabens Insektenmonitoring: Überblick über Monitoring- und Erfassungsmethoden von Insekten und Spinnentieren, Eignung und Aussagekraft, 2018

  • F+E-Vorhaben: Konzeptentwicklung zum bundesweiten Insektenmonitoring, 2018 – 2019

  • F+E-Vorhaben: Gefährdungsursachenanalyse für Tiere, Pflanzen und Pilze, 2018 – 2020

Abgeschlossene Projekte in den Medien

Zahlreiche weitere vom BfN betreute und geförderte Projekte kommen der Insektenvielfalt zugute. Dazu gehört beispielsweise das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Holsteiner Lebensraumkorridore“, das von 2008 bis 2015 durch die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein lief. Der NDR berichtete über das Projekt.

Rote Liste Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2, 2016)
Cover der Roten Liste Band 4
Rote Liste Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1, 2011)
Cover der Roten Liste Band 3

Letzte Änderung: 23.02.2018

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