Bundesamt für Naturschutz

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Forschungsverständnis


Das BfN ist eine Ressortforschungseinrichtung des Bundes, die dem Geschäftsbereich des BMU angehört. Nach dem Konzept einer modernen Ressortforschung der Bundesregierung bilden Ressortforschungseinrichtungen die zentrale Schnittstelle zwischen dem politischen System einerseits und der Wissenschaft andererseits. Die Besonderheiten der Ressortforschung sind u. a. charakterisiert durch Problemorientierung und Praxisnähe, Inter- und Transdisziplinarität, Übersetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis und durch eine Verbindung von kurzfristig abrufbarer wissenschaftlicher Kompetenz mit kontinuierlicher Bearbeitung längerfristiger Fragestellungen. 

Für den Geschäftsbereich des BMU wurde über ein F+E-Vorhaben durch die Universität Göttingen die Umsetzung des Konzepts einer modernen Ressortforschung erarbeitet. Dabei wurde auch das Forschungsverständnis definiert und abgegrenzt. Der Forschungsprozess im BfN ist demnach durch Anteile von Forschung, Integration und Verwertung charakterisiert (Abb. 1). Inhalt und Ausmaß von Forschung und Integration leiten sich aus den Anforderungen der Verwertung, das heißt aus den gesetzlich definierten Aufgaben ab. Veränderungen von Forschungsergebnissen zugunsten der Politik finden nicht statt und es gelten die allgemeinen Qualitätsanforderungen einer guten wissenschaftlichen Praxis.

 

Abbildung 1: Ressortforschung, definiert als Verbindung von Forschung, Integration und Verwertung. Quelle: Böcher & Krott 2010, leicht verändert.
Die Ressortforschung wird von Böcher & Krott (2010) definiert als Verbindung von Forschung, Integration und Verwertung. Zur Forschung zählt neben der Eigenforschung auch die extramurale Forschung. Unter Integration wird die Selektion relevanter Informationen, die Abstimmung der Forschung und die Abstimmung der Verwertungsprodukte verstanden. In der Verwertung werden die Forschungsergebnisse für die Politikberatung, die Entwicklung von Methoden und Dienstleistungen sowie für den Vollzug und Ausbildung verwendet.

 

Das BfN bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für politische Entscheidungen und die Umsetzung in die Praxis auf. Gleichzeitig greift das BfN aktuelle Themen aus Politik und Praxis auf und übersetzt sie in Forschungsfragen, die mittels eigener oder extramuraler Forschung bearbeitet werden. Notwendige Voraussetzung dafür ist das Wissen über politische Verfahren, Maßnahmen und Instrumente, um für Ministerien und Fachverwaltungen verwertbare, wissenschaftsbasierte Lösungen zu entwickeln. Dieser Prozess ist unter den mit Fragen des Naturschutzes befassten Institutionen in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal des BfN, das so von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen nicht wahrgenommen wird.

Das BfN muss mit seiner Eigenforschung und den Forschungsergebnissen aus Ressortforschungsvorhaben kurzfristig auf aktuelle Anfragen der Bundesregierung mit wissenschaftlich kompetenter Politikberatung reagieren können. Im Sinne der Vorlaufforschung liegt eine weitere Aufgabe des BfN darin, künftige fachlich begründete Handlungsfelder für Politik und Verwaltung zu identifizieren sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten anzustoßen und durchzuführen, die zur Unterstützung absehbarer künftiger Fragestellungen und Aufgaben erforderlich sein werden. Das BfN bearbeitet darüber hinaus langfristige Forschungsprojekte, die die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur analysieren, die Veränderungen des Zustands von Natur und Landschaft ermitteln und sich mit deren Ursachen befassen. Ziel ist die kontinuierliche Bereitstellung von Daten für eine wissenschaftsbasierte Politikberatung.

Letzte Änderung: 28.02.2018

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