Bundesamt für Naturschutz

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Forschungsthemen

Naturschutz ist in Deutschland eine staatliche Aufgabe mit Verfassungsrang. Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist festgelegt, dass Natur und Landschaft "auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen" geschützt werden müssen. Der "Schutz" umfasst dabei nach § 1 Abs. 1 BNatSchG auch die Dimension der Pflege, der Entwicklung sowie soweit erforderlich der Wiederherstellung von Natur und Landschaft und schließt damit gleichermaßen bewahrende, aktiv-gestaltende und dynamische Aspekte mit ein. Ausgehend von diesem Grundsatz orientiert sich das BfN an einem modernen Verständnis von Naturschutz, der auf wissenschaftlicher Basis ökologische, ökonomische, soziale und ethische Aspekte verbindet. Im BfN werden vor allem Querschnittsthemen bearbeitet, bei denen ökologisch-naturwissenschaftliche Fragestellungen zusammen mit sozialen und gesellschaftlichen Aspekten untersucht werden. 

Handlungsleitend für die Forschung des BfN sind v. a. die übergeordneten Ziele und Strategien der Bundesregierung (wie etwa die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt [NBS] oder die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie). Die 2015 verabschiedete "Naturschutz-Offensive 2020" ist ein politisches Handlungsprogramm des BMU, das 40 vordringliche Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern der NBS fokussiert. Es gibt damit wichtige Themen und Erkenntnisinteressen für die Forschung des BfN bis 2020 vor.

Zu den internationalen Vorgaben zählen insbesondere die Aichi Biodiversity Targets des Strategischen Plans 2011-2020 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD), die EU Biodiversitätsstrategie 2020 sowie die im September 2015 verabschiedeten SDGs der Vereinten Nationen, die ambitionierte globale Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales und Wirtschaft vorgeben und das ebenso 2015 verabschiedete Übereinkommen von Paris der Klimarahmenkonvention. Die wissenschaftlichen Gremien, in denen das BfN Mitglied ist oder das BMU vertritt (u. a. in Gremien der CBD, zu CITES, CMS, Ramsar, OSPAR, und CCAMLR sowie zur Flora-Fauna-Habitat [FFH]- und Vogelschutzrichtlinie der EU) bringen neue Forschungsthemen von internationaler bzw. EU-weiter Bedeutung hervor, die auch für das BfN relevant sind. Gleichzeitig kann das BfN durch seine wissenschaftliche Arbeit neue Ideen in den internationalen Prozess einbringen und gemeinsam mit dem Ministerium zur Entwicklung internationaler Standards beitragen. So unterstützt das BfN den Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) bei der Entwicklung neuer wissenschaftlicher Fragestellungen und der wissenschaftlichen Analyse der IPBES-Berichte.

Auch die Erfüllung der hoheitlichen Vollzugsaufgaben im BfN ist auf Forschung angewiesen. Dies betrifft zum Beispiel die Entwicklung von Methoden für Risiko- und Wirkungsabschätzungen bei gentechnisch veränderten Organismen, die umfangreiche Forschung zur Unterstützung des CITES-Vollzugs und die Bewertung von Zuständen und Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft in der AWZ. Ein weiterer Baustein für den Vollzug ist das Monitoring, für das im BfN bundesweite Konzepte erstellt sowie konkrete Daten zum Zustand der Biodiversität (z. B. Arten, Biotope, Lanschaftstypen) vorgehalten werden.

Das BfN nimmt seit Kurzem zwei neue umfangreiche gesetzliche Vollzugsaufgaben wahr. Zum einen hat es 2016 als nationale Vollzugsbehörde die Zuständigkeit für die Umsetzung des Nagoya-Protokolls zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) erhalten. Zum anderen hat das BfN im Zuge der neuen europäischen Verordnung zur Kontrolle, Bekämpfung und Einordnung invasiver Arten Vollzugsaufgaben übernommen, die die Prävention und das Management betreffen. Zu beiden Themen hat das BfN bereits im Vorlauf Forschung betrieben und wird diese in Zukunft weiterverfolgen.

Letzte Änderung: 28.02.2018

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